Vom Krebs Gebissen

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Marion Knaths,

geboren 1968 in Wolfenbüttel, absolvierte ein Studium an der Wirtschaftakademie Hamburg, bevor sie ihre berufliche Laufbahn beim Otto Versand begann. Im Jahr 2004 machte sie sich als Unternehmensberaterin selbstständig. Ihr Unternehmen “sheboss” bietet Führungsseminare für Frauen sowie Coachings an. Marion Knaths lebt und arbeitet in Hamburg.

Interview mit der Autorin

Wie haben Sie sich vor nunmehr 10 Jahren über Ihre Krankheit informiert? Das Informationsforum Internet gab es ja damals noch nicht – und die behandelnden Ärzte waren nicht immer so informativ, wie Sie es sich gewünscht hätten.
Damals gab es zwar noch nicht das Internet – aber es gab Bibliotheken in denen man recherchieren und andere Patienten, mit denen man sprechen konnte. Und natürlich gab es durchaus diverse Ärzte, die ich nach Informationen über meine Krankheit fragen konnte. Ich hatte nie das Bedürfnis, selbst zu einer „Morbus-Hodgkin-Expertin“ zu werden, sondern wollte lediglich das Gefühl haben, dass in meiner Situation richtige zu tun. Dazu gehört, dass ich die Wahl der Krebsklinik sehr bewusst getroffen habe. Die Klinik hatte sowohl aus Sicht diverser Ärzte als auch vieler Patienten einen sehr guten Ruf in Bezug auf den wissenschaftlichen Standard und die Pflege der Patienten.

Aus welcher Intention heraus haben Sie das Buch geschrieben? Hat es Ihnen geholfen, Ihre Vergangenheit zu verarbeiten, wollten Sie betroffenen Frauen neuen Mut geben oder spielen beide Impulse zusammen?
Ich habe das Buch weniger für Betroffene als viel mehr für die Angehörigen und das Umfeld der Patienten, also auch Ärzte, Psychologen und Pfleger, geschrieben. Wenn jemand schwer erkrankt, dann haben zumeist alle ein Problem mit der Situation; unter anderem mit ihren eigenen Ängsten. Und oftmals ist es dann sehr schwer, miteinander zu reden und auf den Patienten zuzugehen. Wer darüber liest, welche Themen und Gefühle es damals bei mir gab, kann vielleicht leichter auf Patienten wie mir in Zukunft zugehen.

Was halten Sie von Selbsthilfegruppen? Denken Sie, dass diese Form der Zusammenkunft sinnvoll ist? Haben Sie vielleicht selber eine Selbsthilfegruppe in Anspruch genommen oder halten Sie es für besser, „Einzelkämpferin“ zu bleiben?
Jeder kann in so einer Situation immer nur für sich entscheiden, was hilfreich ist und was nicht. Für mich waren Selbsthilfegruppen nichts. Es gab mir weder Kraft noch Anregung. Ich wollte lieber meine konkreten Fragen mit Experten, seien es Mediziner, Psychologen oder Physiotherapeuten, gezielt bearbeiten.

Ganz allgemein: Wie schafft man es, sich immer wieder Mut zu machen?
Eine Frage auf die ich leider auch keine Antwort weiß. Ich weiß nur, dass Aufzugeben damals einfach nicht in Frage kam.